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Die Ideologien des Rassismus in der Magischen Welt erheben magische Menschen über alle anderen Lebewesen. Wer reines Zaubererblut habe, sei von Natur aus überlegen:

  • gegenüber anderen nicht-magischen Menschen - also Muggeln, weil deren Blut keine magischen Kräfte enthalte;
  • gegenüber anderen magischen Lebewesen, die nicht wie sie Menschen seien, sondern außer ihren eigenen magischen Kräften noch etwas tierisches Wildes im Blut hätten.

Rassismus gegen Muggel

Rassistisch gesehen sind Zauberkräfte nur in Zaubererblut enthalten. Wenn Muggelblut das Zaubererblut "verunreinigt", sind entsprechend weniger Zauberkräfte drin. Nach dieser rassistischen Sicht gibt es eigentlich keine richtigen Zauberer und Hexen außerhalb der alten Zaubererfamilien: Nur wer reines Zaubererblut hat, kann demnach im vollen Umfang magisch sein.

In Wirklichkeit ist zu beobachten, dass Zauberkräfte, wie jedes Talent, zwar häufig, aber nicht in jedem Falle ererbt sind. Sie treten durchaus auch in Familien auf, die soweit bekannt ist, nie zuvor Zauberkräfte oder Kontakte mit der magischen Welt hatten. Umgekehrt gibt es auch in "reinblütigen" Zaubererfamilien gelegentlich Nachkommen, die das magische Talent ihrer Eltern nicht erben, nämlich die Squibs [1]. Rassistisch beurteilt dürfte es sie eigentlich gar nicht geben und so werden sie auch behandelt: Squibs werden von ihren "edlen" Familien totgeschwiegen und verschwinden ohne Würdigung ihrer anderen Begabungen oder ihres schwierigen Lebens irgendwo zwischen der magischen und der Muggelwelt. Wer sich auf sein reines Zaubererblut etwas einbildet, lässt sich durch lebende Gegenbeispiele nicht beirren. Im Gegenteil: Wenn jemand, wie die muggelstämmige Hermine Granger eine Hexe ist, und auch noch ausgezeichnete Schulnoten erarbeitet, gilt das als besondere Schande und als Beweis für die Verkommenheit der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei. Ganz unabhängig von ihrer magischen Begabung wird Hermine wegen ihres Muggelblutes als Schlammblut (im Original: Mudblood) beleidigt und diskriminiert.

Wie auch bei der Blutideologie der Nazis, dauert die behauptete Verwässerung magischen Blutes naturgemäß an, sobald irgendwann Muggelblut in einen Stammbaum geraten ist. Deshalb gilt auch Harry als Halbblut (im Original: Half-Blood), obwohl seine Eltern beide Zauberkräfte hatten. Seine Großeltern mütterlicherseits waren Muggel. Also muss auch sein Blut "verdreckt" sein!

Konsequenterweise entfernen Rassisten wie die Familie Black alle Angehörigen aus ihrem "reinblütigen" Stammbaum, die nicht zu ihrer Gesinnung passen:

  • Familien von Anverwandten mit Muggelpartnern und ihre magisch-begabten Kinder,
  • "reinblütige" Nachkommen ihres Familienstammes, die sich als Squibs erweisen, also trotz ihrer Zaubererabstammung keine Zauberkräfte haben.
  • "Blutsverräter" - also all jene, die entweder Muggelstämmige nicht terrorisieren, oder rassistisch als unwürdig ausgestoßene Verwandte nicht verachten und meiden.

Gemäß der rassistischen Beurteilung sind Muggel minderwertige Menschen, die aus der magischen Welt herausgehalten werden sollten. Von Extremisten wird ihre Hilflosigkeit gelegentlich öffentlich lächerlich gemacht und zur Belustigung vorgeführt. Einige extreme Rassisten gehen aber auch soweit, Muggel oder muggelstämmige magische Menschen wie störendes Ungeziefer auszurotten. Solche Tendenzen finden sich in der schwarzen Magie wieder, da der Glaube an die natürliche Überlegenheit von Zauberern und Hexen und die schwarz-magischen Herrschaftsansprüche bestens zusammenpassen.

Gegen derartige rassistische Machenschaften hat das Zaubereiministerium in den frühen 1990er Jahren ein von Arthur Weasley ausgearbeitetes Muggelschutzgesetz verabschiedet. Gleichzeitig war aber der Rassismus gegenüber nicht-menschlichen magischen Wesen auch innerhalb des Ministeriums damals offizielle Politik.

Rassismus gegen nicht-menschliche magische Wesen

Der Rassismus der Zauberer gegenüber anderen magischen Wesen wird durch die im Juni 1996 zerstörten goldenen Brunnenfiguren auf dem Brunnen der magischen Geschwister im Atrium des Zaubereiministeriums versinnbildlicht:

Ein Zauberer und eine Hexe stehen im Mittelpunkt und drei andere magische Wesen - ein Hauself, ein Kobold und ein Zentaur blicken bewundernd zu ihnen auf.

Das verfälscht die Geschichte der Magie völlig: "Zauberwesen" werden von magischen Menschen nur als "menschenähnlich" eingestuft, und wehren sich seit Jahrhunderten gegen die Vorherrschaft der Zauberer. Als "Halbmenschen" (im Original: Halfbreeds) dürfen sie nur dann mitreden und -bestimmen, wenn die Zauberer es ihnen zugestehen.

Die leitende Ministeriumsangestellte Dolores Umbridge will Halbmenschen mit Verweis auf ihre angebliche wilde, gefährliche Natur aus Hogwarts verbannen. Der Zaubereiminister unterstellt der Halbriesin Olympe Maxime irgendwelche gewalttätigen Neigungen aufgrund ihres Riesenblutes. Auch zaubereigesetzlich ist dieser Rassismus fest verankert z.B. in der Bestimmung, dass es nur magischen Menschen selbst gestattet ist, einen Zauberstab zu benutzen.

Übersetzungskritik

Halfblood (=ein Elternteil hat "Muggelblut") und Halfbreed (ein Elternteil ist ein nicht-menschliches magisches Wesen) wurden in den deutschen Ausgaben gleichermaßen als 'Halbblut' übersetzt und damit wurde ein wichtiger Unterschied verwischt:

  1. Das Zaubereiministerium diskriminiert lediglich die "halfbreeds": Zentauren, (Halb-)Riesen und Werwölfe sollen beispielsweise deshalb nicht in Hogwarts unterrichten, weil sie als gefährliche und wilde Wesen beurteilt werden;
  2. Muggelstämmige magische Hexen und Zauberer dagegen werden selbst bei den Auroren, also in einem sicherheitsrelevanten Bereich des Zaubereiministeriums eingestellt.

Rassismus während der Schreckensherrschaft Voldemorts

Als im Sommer 1997 das Zaubereiministerium von den Todessern übernommen wird, weitet sich der offizielle Rassismus im schwarz-magischen Sinn auf Muggel und muggelgeborene magische Menschen aus. Unter dem Motto Magie ist Macht werden muggelstämmigen magischen Menschen Zauberkräfte abgesprochen, sie werden kriminalisiert, ihre Zauberstäbe werden beschlagnahmt, sie werden von der Zauberausbildung ausgeschlossen, verlieren ihre Jobs und Posten in der Magischen Welt und müssen um ihr Leben fürchten. Die Muggelverfolgung wird von propagandistischen Hetzkampagnen, Blutstatus-Nachweisen, Scheinprozessen und Überfällen begleitet. Wer sich gegen diese politische Linie stellt, wird ebenfalls verfolgt. Deswegen wagen sehr viele Menschen nicht, offen gegen das Schreckensregime aufzubegehren.

Parallelen zur Realität

Die beschriebenen Vorgänge erinnern an die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Europa während des nationalsozialistischen Dritten Reichs. Bei einer Lesung im Oktober 2007 bestätigte Joanne K. Rowling, dass diese Ähnlichkeit durchaus beabsichtigt und als Appell zur Toleranz gemeint war. (Originalzitat: New York/carnegie-hall).

Anmerkungen

  1. Auf ihrer Homepage schreibt J.K. Rowling, dass ein nicht magisch begabtes Kind als Squib bezeichnet wird, wenn auch nur ein Elternteil magische Kräfte hat

Quellen

Weblink

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