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Im Verlauf der Harry-Potter-Bücher kommen häufig Personen vor, die zwar aktiv handeln können, aber trotzdem nicht lebendig sind oder als Geister Verstorbener weiterleben. Vielmehr entstehen sie auf unterschiedliche magische Weise als lebende Vorstellungs- und Erinnerungsgestalten. Wie weit ihre Handlungsfähigkeit reicht, hängt von ihrer jeweiligen Existenzform ab:

  • Denkariumsgestalten gehören zu einer zum Leben erweckten Erinnerungszene aus der Vergangenheit. Sie sehen zwar aus wie lebendige Personen und sind vollständig aktionsfähig bis hin zum Zaubern, aber können nur wiedergeben, was sich damals abgespielt hat, ohne neu hinzukommende Beobachter wahrzunehmen und auf ihr Erscheinen zu reagieren. Wann "ihre" Szene abgerufen wird, und wann sie endet, wird von einer fremden Person bestimmt.
  • Horkruxgestalten wie die des in HP II/17 dem Tagebuch entsteigenden Schülers Tom Riddle, oder Rons Angstbildern von Harry und Hermine, die in HP VII/19 aus dem Medaillon-Horkrux aufsteigen und miteinander knutschen. Diese Vorstellungsbilder haben eine Seele und können deren Ziel verfolgen. Dabei verhalten sie sich nicht notwendigerweise wie ihre echten Vorbilder, sondern täuschen möglicherweise auch etwas Falsches vor. Jedoch können sie nur dann außerhalb des toten Horkruxgegenstandes einen eigenen - zunächst etwas unscharfen - Körper annehmen, wenn sie die Lebenskraft eines Opfers gewinnen. Ihre schwarz-magisch erzeugte Existenz stirbt und hat keine Verteidigungsmöglichkeiten, wenn der zum Horkrux gemachte Gegenstand zerstört wird.
  • Porträts "leben" in der Magischen Welt zwar, aber ihr Bewegungs- und Handlungsradius ist sehr eingeschränkt. Sie können bestimmte Aufträge erfüllen, wie etwa, sich Passwörter für einen Eingang auszudenken und ihn nur daraufhin freizugeben. Da die Porträtierten aber nichts mehr dazu lernen, denkt sich ein Möchtegern-Kämpfer wie Sir Cadogan eine Fülle untauglicher Passwörter aus und bestimmt nach seinen eigenen absurden Kriterien, wer einlasswürdig ist und wer nicht. Die Porträtierten können höchstens durch einen Dauerklebefluch (zu Lebzeiten?) festlegen, wo sie hängen sollen, oder ob sie abgehängt werden. Wenn ein Porträt attackiert wird, so können sich Porträtierte nicht verteidigen und nur durch Flucht retten. Ihre mögliche Restaurierung hängt ebenfalls nicht von den Betroffenen selbst ab.
  • Priori Incantatemgestalten sind nebelhafte Abbilder der Mordopfer eines Zauberstabs. Sie kommen nur dann aus der Spitze des Zauberstabs, der sie umgebracht hat, wenn dessen Rückerinnerung an die zuletzt ausgeführten Flüche magisch abgerufen wird. Die Gestalten können reden und sich bewegen, solange der magische Rückerinnerungsprozess aufrecht erhalten wird, dann verblassen und verschwinden sie ohne ihr eigenes Zutun.
  • Schulleiterporträts haben zwar ebenfalls ihre porträttypischen Einschränkungen, können aber aufgrund ihrer Verantwortung als frühere Schulleiter weiterhin verantwortungsbewusst handeln, soweit dies ihr Zustand erlaubt. Ob und wann ihr Porträt im Schulleiterbüro auftaucht, können sie nicht selbst bestimmen.
  • Wunschfiguren im Spiegel Nerhegeb werden magisch gemäß den Sehnsüchten des Betrachters hervorgerufen. Sie können ähnlich wie Zaubererfotos zwar ohne Worte gestikulieren und über ihre Mimik Emotionen zeigen, aber nicht eigenständig und realitätsbezogen handeln. Sie kommen und verschwinden, je nachdem, wann eine bestimmte Person in den Zauberspiegel schaut.
  • Zaubererfotos können zwinkern oder gestikulieren, sind aber räumlich an die Abbildungsfläche gebunden. Die Personen auf Zaubererfotos können nonverbal auf Betrachter reagieren, wenn sie beispielsweise jemanden anlächeln wollen oder seiner Aufforderung folgend aus dem Weg gehen, damit die hinter ihnen stehenden besser zu sehen sind. Weitere Handlungsmöglichkeiten scheinen sie aber nicht zu haben.
  • Zurückgeholte Verstorbene erscheinen, wenn der Stein der Auferstehung dreimal in den Händen gedreht wird. Die so Herbeigerufenen sehen fast aus, als seien sie wieder richtig lebendig, wenn sie auch etwas verschwommene Konturen haben. Sie können sich "normal" verhalten, reden und sich bewegen (ob sie zaubern könnten, wird nicht gezeigt). Trotzdem haben sie sich emotional von der realen Welt verabschiedet und fühlen sich nicht mehr zu den Lebenden gehörend. Sie lösen sich sofort auf, wenn der magische Stein, der sie hervorgebracht hat, nicht mehr in Kontakt mit demjenigen ist, der ihn aktiviert hat (HP VII/21 und HP VII/34).


Anmerkung

Die Magische Welt selbst kennt keinen Begriff für lebende Abbildungen, Erinnerungsgestalten und handelnde Personen, die der Vorstellungswelt entspringen. Die obige Aufstellung ist eine Fan-Übersicht der verschiedenen Existenzformen, in denen Joanne K. Rowling die Vergangenheit, Erinnerungen und Vorstellungen lebendig werden lässt.